Weiterbildung: Migrantenakademie Reutlingen

09.12.2014

 Eine DGB-Analyse aus dem Jahr 2013 hat gezeigt, dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte im Weiterbildungssystem zunehmend abgehängt werden. Das Resultat: In Krisenzeiten verlieren viele auf Grund zu geringer Qualifikation ihren Arbeitsplatz.  

Dabei werden Betriebe angesichts des demographischen Wandels darauf angewiesen sein, gerade die bisher benachteiligten Gruppen zu qualifizieren, um ihren Fachkräftebedarf zu decken. Hier setzt die Migrantenakademie Reutlingen an - ein Kooperationsprojekt des Jobcenters Landkreis Reutlingen, der IG Metall Reutlingen und der örtlichen Qualifizierungsgesellschaft Mypegasus.

Das bundesweit bislang einmalige Projekt bietet seit 2010 förderfähige Kurse an, die Sprache und Fachqualifizierung miteinander verbinden. Darüber hinaus werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Mentoren begleitet, die unter anderem individuelle Lernhemmnisse ausfindig machen können. Auf dem Programm stehen Angebote zu Themen wie „Technisches Deutsch“ oder „Grundlagen der Metalltechnik“, aber auch ganze Ausbildungslehrgänge, etwa zum Teilezurichter oder Industriemechaniker. „Es geht um Beschäftigungssicherung“, sagt DusanVesenjak, Leiter der Migrantenakademie. „In der Metall- und Elektroindustrie sind Geringqualifizierte bereits in naher Zukunft immer weniger gefragt, daher müssen für diese Zielgruppe passgenaue Angebote gemacht werden.“

Die Migrantenakademie Reutlingen setzt wichtige Impulse im Bereich der interkulturellen Öffnung von Weiterbildungseinrichtungen - weitere Beispiele wurden auf der Tagung „Recht auf Bildung“ am 10. Dezember in Düsseldorf diskutiert.  Ein Podcast zur Tagung erscheint in Kürze.